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Median oder Tendenzlinie für das Salärbenchmarking

Beilage 1  –  Tendenzlinie und
Gruppe von 963 Personen

In unserer ersten Analyse von statistischen Instrumenten für das Salärbenchmarking haben wir die Vor- und Nachteile von Median und Durchschnitt verglichen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Median besser geeignet ist für kleinere statistische Gruppen. Für grössere Populationen kann er hingegen zu Verzerrungen führen, während der Durchschnitt die Situation besser darstellt. Wir möchten nun zeigen, dass die Tendenzlinie in hohem Mass geeignet ist, mittlere bis grosse Gruppen von Salären - von einigen Dutzend bis zu einigen Tausend - zu analysieren.

In den meisten Funktionen wird die Salärentwicklung sehr stark beeinflusst durch die Erfahrung des Stelleninhabers, wodurch sich eine klare Korrelation zwischen Alter und Salär ergibt. Dies ist besonders ausgeprägt in der Schweiz und in Deutschland, kann aber in allen Ländern, auch den USA und im UK beobachtet werden. Sehr oft sind die Salärunterschiede zwischen den Altersgruppen "unter 30" und "über 50" innerhalb einer Funktion grösser als jene zwischen zwei Funktionsstufen.


Beilage 2  –  Regressionslinie
von 20 bis 29 Jahren

Angesichts dieser Beziehung zwischen Alter und Salär erstaunt es nicht, dass Median und Durchschnitt sehr stark vom Durchschnittsalter der untersuchten Gruppe beeinflusst werden. Vergleicht man Gruppen mit unterschiedlichen Altersstrukturen anhand des Medians oder Durchschnitts, so sind die Unterschiede eher durch den Altersunterschied als durch andere Einflusssfaktoren zu erklären. Um diese anderen Faktoren - die bei einer Analyse ja oftmals primär interessieren - sichtbar zu machen, muss der Einfluss des Alters neutralisiert werden. Dies geschieht mittels der Tendenzlinie, die die Salärentwicklung in Abhängigkeit vom Alter darstellt.

Die Tendenzlinie wird ermittelt, indem für verschiedene Alterstranchen - von 5, 10 und 15 Jahren - Regressionsgerade berechnet werden. Diese Geraden werden zu einer Linie für die ganze Altersspanne von 20 bis 60 zusammengefügt.


Beilage 3  –  Regessionslinie
von 40 bis 49 Jahren

Schliesslich wird die Tendenzlinie so ajustiert, dass die Summe aller individuellen Abweichungen null beträgt. Beilage 1 zeigt als Beispiel die Tendenzlinie für eine Gruppe von 993 Personen der Stufe 6N in öffentlichen Verwaltungen der Region Bern. Beilage 2 zeigt für die gleiche Gruppe die Regressionsgerade für die Altersgruppe 20 bis 29, Beilage 3 jene für die Altersgruppe 40-49.

Die Tendenzlinie ist besonders geeignet, um Salärunterschiede zwischen einzelnen Gruppen darzustellten, welche nicht auf das Alter zurückzuführen sind. Dies ist z.B. speziell interessant bei der Untersuchung der Salärunterschiede zwischen Männern und Frauen. Wir kommen auf diese Problematik in unserer nächsten Analyse von statistischen Instrumenten für das Salärbenchmarking im Detail zurück.