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Die Schwächen von Logib

Um die wichtige Frage der Lohngleichheit seriös anzugehen, ist es wichtig, über eine valable Analyse-Methode zu verfügen.

Auf diesem Gebiet gibt das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann den Vorzug, ja sogar die Exklusivität, der sogenannten Methode Logib („Lohngleichheits-Instrument des Bundes“). Diese Analyse-Methode, welche auf den Arbeiten von Professor Flückiger beruht, weist eine ganze Serie von schwerwiegenden Schwächen auf.

Aufgrund dieser Schwächen kann man die Gültigkeit von einigen Resultaten der Methode Logib bezweifeln. Andere Ansätze scheinen besser geeignet zu sein, um gültige Resultate in der Analyse der Lohngleichheit zu erarbeiten.

In der gegenwärtigen Welt spielt die Ausbildung eine wichtige Rolle in den Leistungen der Unternehmungen und in der Entwicklung der nationalen Wirtschaften.

In einer Lohngleichheitsanalyse ist es daher logisch, der Ausbildung eine wichtige Rolle zuzuweisen. Allerdings geschieht es ziemlich häufig, sei es aus Gründen der Zweckmässigkeit oder der Möglichkeiten im Arbeitsmarkt, dass einige Personen Stellen besetzen, deren Anforderungen weniger hoch als ihre persönliche Ausbildung sind.

Nun aber berücksichtigt Logib die Ausbildung der Person und nicht die der Stelle entsprechenden Anforderungen. Das ist ein Fehler des Blickwinkels, welcher die Resultate der Analyse stark verfälschen kann.

Für die Fähigkeit einer Person, seine Funktion gut auszufüllen, ist die Erfahrung unbestrittenermassen ein wichtiger Faktor. Bei einer Lohngleichheitsanalyse ist es daher logisch, die Erfahrung einer Person zu berücksichtigen.

Die Erfahrung ist ein schwierig zu definierender Begriff, ob es sich um die Erfahrung in der betrachteten Funktion handelt oder um die vorgängige Erfahrung in der beruflichen Laufbahn. Welches auch immer ihre Definition ist, ist die Erfahrung im Allgemeinen im Personaldossier der Unternehmung oder der Verwaltung nicht erfasst. Um die Erfahrung in seiner Analyse dennoch berücksichtigen zu können, umgeht Logib die Schwierigkeit mit der Berechnung der potentiellen Erfahrung auf der Basis des Lebensalters und der in Jahre umgewandelten Ausbildung.

Wenn wir die schulische und berufliche Laufbahn von Personen untersuchen, kommt klar zum Vorschein, dass die potentielle Berufserfahrung eine gewagte Vereinfachung ist. Die individuellen Abweichungen zwischen potentieller und beruflicher Erfahrung haben mannigfache Gründe. Wir erwähnen drei davon, die in zahlreichen beruflichen Laufbahnen eine wiederkehrende Rolle spielen.

Zunächst geschieht es häufig, dass junge Diplomierte nach ihren Studien eine Auszeit („Sabbatical“) von einem oder zwei Jahren nehmen.

Dann ist es ebenfalls häufig, dass in einer beruflichen Laufbahn ein Kurswechsel erfolgt. Die vorgängig erworbene Erfahrung ist nicht zwingend relevant für die neue Funktion.

Schliesslich geschieht es ebenfalls häufig, dass aus familiären Gründen eine Pause von einigen Jahren in der beruflichen Laufbahn eingelegt wird. Die erworbene Familien-Erfahrung ist nicht zwingend relevant für die nachfolgende Funktion.

In seiner Lohngleichheitsanalyse setzt Logib daher ein Element ein, dessen Relevanz in vielen Fällen fragwürdig ist.

Jede analytische Bewertungs-Methode setzt bei einer Serie von Kriterien an, eine Skalierung bei jedem Kriterium und eine Gewichtung der Kriterien und der Skalen. Das Prinzip der analytischen Funktionsbewertung wird auf der Internet-Seite von Cepec vorgestellt.

Falls die Analyse-Methode seriös und kompetent erstellt worden ist, kann sie anschliessend von den betroffenen Kreisen weitgehend akzeptiert werden. Die Methode kann somit als vernünftig und nützlich betrachtet werden. Dennoch kann es nicht in Frage kommen, ihr einen wissenschaftlichen Charakter zuzugestehen. Es gibt immer einen subjektiven Aspekt in der Wahl der Kriterien, der Stufungen und der Gewichtungen.

Die Qualität der Methode liegt in ihrer Konzeption, ihrer Anwendung, ihrer Akzeptanz und dem vernünftigen Bild der Resultate, zu welcher sie führt.

Im Fall von Logib mündet die gewählte Gewichtung genau zu Resultaten, die nicht vernünftig erscheinen.

Ein konkretes Beispiel um diese Schwäche zu illustrieren: Zwei Personen in der Telekommunikations-Branche, Region Zürich, mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis. Die erste ist 40 Jahre alt, hat 10 Dienstjahre. Die zweite ist 45 Jahre alt, hat 5 Dienstjahre. Gemäss Logib müsste die erste Person einen höheren Lohn als die zweite haben.

Die Logib-Analyse setzt also eine kritisierbare Gewichtung ein.

 

In der gegenwärtigen Welt, ausgerichtet auf die Ausbildung, haben die Abschlusszeugnisse eine beträchtliche Bedeutung eingenommen. Als Nachweis des Erwerbs von Kompetenzen spielen die Diplome eine Schlüsselrolle bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden.

Der Erwerb von Kompetenzen kann jedoch ausserhalb von höheren, mit einem Diplom gekrönten Studiengang erfolgen. Ausgehend von einem EFZ oder einem Fachausweis, kann eine berufliche Laufbahn durch Seminare oder andere berufliche Kurse gekennzeichnet sein, innerhalb oder ausserhalb des Unternehmens. Die Entwicklung von Kompetenzen kann auch durch die aufeinander folgenden Aktivitäten in der beruflichen Laufbahn erfolgen.

Anzunehmen, dass ein Akademiker automatisch besser bewertet werden muss als ein Direktionsmitglied, das mit einem EFZ begonnen hat, scheint absurd. Das ist jedoch die von Logib angenommene Haltung.

In seiner Analyse der Lohngleichheit, setzt Logib daher ein Element ein, dessen Relevanz in zahlreichen Fällen anfechtbar ist.

Andere Methoden sind besser für die Analyse der Lohngleichheit geeignet.

 

Die Methode Flückiger, welche als Basis von Logib dient, ist im Jahr 2000 entwickelt worden, im Rahmen einer von Yves Flückiger und José Ramirez realisierten allgemeinen statistischen Analyse. Die Abweichungen dieses Ansatzes und die entstellten Resultate, die sie hervorbringt, sind im Artikel 1.7, 2005, des Cepec-Handbuchs des Salärmanagements dargestellt worden. Im Anhang A, betitelt Kritik der Methode Flückiger.

Diese Kritik stellt nicht zuletzt ein Schulbeispiel dar. Er steht im Zusammenhang mit der Perspektive der im vorhergehenden Mailing dargestellten Schwächen, welcher Kompetenzen und Diplome in Verbindung setzte. Der analysierte Fall macht den Ansatz Flückiger/Logib offenkundig, um eine junge Juristin und ein erfahrenes Direktionsmitglied ohne Universitätsausbildung zu vergleichen.

Gerichtliche Instanzen konnten durch den Professoren-Status eines Experten beeinflusst werden. Das dürfte heute nicht mehr der Fall sein.

In seiner Analyse der Lohngleichheit setzt Logib daher Elemente ein, deren Relevanz in zahlreichen Fällen anfechtbar ist.

 

Zahlreiche Leistungserbringer, schweizerische und ausländische offerieren Dienstleistungen, welche eine gute Einstufung der Funktionen und einen valablen Lohnvergleich zwischen den Funktionen ermöglichen. Diese Dienstleistungen werden von mehreren hunderten, ja tausenden Unternehmen und Verwaltungen benützt, welche im Allgemeinen mit den Resultaten für das Management der Saläre zufrieden sind. Einige Vergleichsanalysen basieren auf einer analytischen Bewertung der Funktionen. Andere, wie diejenigen von Cepec, basieren auf einem ganzheitlicheren Ansatz, um eine Synthese der Resultate zu unterstützen. Die einen und die anderen enden im Allgemeinen mit relativ nah zusammenliegenden Resultaten. Diese Vergleichsanalysen erlauben es, augenscheinlich zu machen, ob die Lohngleichheit nach Geschlechtern eingehalten ist und in welchem Masse.

Da diese Spezialisten in Salärvergleichen auf dem Schweizer Markt verfügbar sind, ist es zumindest überraschend, dass das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann eine Analyse-Methode auserwählt hat, Logib, welche gerade nicht als solides Salärvergleichsinstrument anerkannt ist. Umso mehr, als Logib gravierende Schwächen präsentiert, welche Vergleichsresultate verfälschen können, wie die vorangegangenen Mailings deutlich gezeigt haben.

In seiner Analyse der Lohngleichheit setzt Logib daher Elemente ein, deren Relevanz in zahlreichen Fällen anfechtbar ist.

Andre Methoden sind besser für die Analyse der Lohngleichheit geeignet.