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Bundesverwaltung : zu hohe Entlöhnung?

In einem Artikel im „Schweizer Arbeitgeber“ vom 15. Dezember unter dem Titel "Die Schweizer Lohnlandschaft wird immer komplexer" weist das Bundesamt für Statistik insbesondere auf die beträchtlichen Unterschiede zwischen einzelnen Branchen und Regionen hin; desgleichen wird die zunehmend stärkere Korrelation zwischen Unternehmensgrösse und Lohnniveau erwähnt. Diese Differenzen werden sehr oft – und selbst von HR Verantwortlichen – unterschätzt. Teilnehmer an Cepec Salärbenchmarks kennen diese Lohnunterschiede bestens und verfolgen deren Entwicklung über die Jahre mit Interesse.

Im gleichen Zeitraum veröffentlicht das Bundesamt für Statistik auf seiner Home Page eine erste Beurteilung der Resultate eines Lohnvergleichs der Bundesverwaltung. Der Vergleich wurde gemacht mit einer Auswahl von 17 Unternehmen und 4 kantonalen Verwaltungen. Die Wahl der 17 Vergleichsunternehmen scheint uns wenig repräsentativ für den gesamten Fächer der Arbeitgeber, vor allem im Lichte der oben erwähnten Unterschiede nach Branche und Region. Gewählt wurden 4 Bankeninstitute sowie 3 grosse Versicherungsunternehmen mit Tätigkeitsschwerpunkt im Raum Zürich. Somit 7 Unternehmen aus der Branche der Finanzdienstleister, von der jedermann weiss, dass sie die wohl bestbezahlende der Schweizerischen Wirtschaft ist. Dann kommen die 4 grössten Unternehmen der Basler Chemie/Pharma-Branche dazu, deren Salärniveau klar über demjenigen der Chemie/Pharma-Unternehmen in der übrigen Schweiz liegt. Diese 11 Unternehmen dominieren somit klar die Vergleichsbasis, obwohl die durch sie vertretenen Branchen weniger als 8% Anteil am Schweizerischen Arbeitsmarkt ausmachen. Im Weiteren wurden Unternehmen gewählt, die für die Branche insofern nicht repräsentativ sind, als sie ihren Sitz in der Hochlohnregion ihrer Branche haben.

Zu den 11 Unternehmen kommen noch die 3 durch den Bund kontrollierten Unternehmen hinzu, deren Salärpolitik während langer Zeit durch jene der Bundesverwaltung bestimmt wurde (und somit nur bedingt die Situation in der Privatwirtschaft widergeben).

Nur gerade die 3 eingeschlossenen grossen Unternehmen der Branchen Lebensmittel und Detailhandel weisen ein klar tieferes Salärniveau auf. Sie vermögen aber die Vergleichsbasis nur geringfügig zu beeinflussen. Weil in der Studie der Vergleich an Hand von Medianen statt mit Durchschnitten erfolgt, ist der Einfluss dieser drei Unternehmen sogar gleich null. Ohne hier einen Statistik-Exkurs anzufügen, sei dieser Einwand mittels eines einfachen Beispiels illustriert. Von 9 verglichenen Salären seien 6 relativ hoch, z.B. 79, 80, 81, 82, 83 und 84 (Tausend Franken pro Jahr), die restlichen 3 hingegen klar tiefer, nämlich 60, 61 und 69. Der Durchschnitt der 9 Saläre ist 75.4. Er ist beeinflusst durch die 3 tieferen Saläre und liegt klar unterhalb der Gruppe der höheren Saläre. Der Median dieses Samples hingegen beträgt 80, liegt somit bei den höheren Salären, ohne Einfluss der 3 tieferen.

Die Studie kommt zum Schluss, dass die Löhne in der Bundesverwaltung (mit Ausnahme der höheren Kader) auf gleicher Höhe wie jene in den Vergleichsunternehmen liegen. Weil aber das Lohnniveau in den gewählten Vergleichsunternehmen klar über dem Marktdurchschnitt insgesamt liegt, lässt sich festhalten, dass das Salärniveau in der Bundesverwaltung deutlich – wahrscheinlich in der Grössenordnung vom 10% - über den in der Schweizer Privatwirtschaft durchschnittlich bezahlten Löhnen liegt.